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Kommunikation mit Nebenwirkungen: PowerLine Communication

Infos

Kommunikation mit Nebenwirkungen: PowerLine Communication

Worum geht es?
Um Daten zu transportieren benötigt man entweder ein Kabel oder eine Funkverbindung. Viele Computer sind mit dem Internet über das Telefonnetz mit Modem, per ISDN oder DSL verbunden. Vernetzte Computer sind über Twisted-Pair-Kabel verbunden. Bei diesen Techniken handelt es sich um Kommunikationsleitungen, die speziell für den Datenaustausch konstruiert worden sind. Entweder sind die signalführenden Adern geschirmt oder sind als paarig verdrillte Leitung als symmetrische Signalübertragung ausgeführt. Beide Methoden haben zum Ergebnis, dass praktisch keine Signale aus dem Kabel heraus gelangen oder von aussen in das Kabel eingekoppelt werden können. Nachteilig ist, dass diese Leitungen nicht dort zur Verfügung stehen wo sie gebraucht werden und damit erst verlegt werden müssen. Dies ist teilweise mit erheblichen Aufwand verbunden.

Es ist also ein sehr bequemer Weg, ein bereits vorhandenes Kabelnetz wie die 230 V-Installation für die Datenübertragung verwenden zu können. Diese Technik hat aber gewaltige Tücken, denn das Stromnetz ist nicht für den Datenaustausch ausgelegt, so dass auf den Leitungen hohe Verluste entstehen und erhebliche Störstrahlungen ausgesendet wird.

Diese Störstrahlung beeinträchtigt neben dem Rundfunkempfang noch eine Reihe weitere Funkdienste so stark, dass mit einer flächendeckenden Einführung dieser Technik untragbare Störungen dieser Dienste zu befürchten sind.

PLC auch zuhause
Aber auch im kleinen Rahmen findet sich PLC wieder. So sind seit der CEBIT 2003 sogenannte Inhaus-PLC-Modems im Handel, die es ermöglichen, ein kleines Netzwerk in den eigenen vier Wänden aufbauen zu können. Hierzu werden die Modems in die nächstgelegene Steckdose gesteckt und damit die Verbindung zum anderen Computer über die Stromleitung hergestellt. Auch dies bringt im Umkreis einiger hundert Meter um die Installation die selben Nebenwirkungen mit sich: Störungen von Funkdiensten und des Rundfunkempfangs.

Außerdem arbeitet die Technik unzuverlässig, wenn in der Nähe Sender existieren. Die Datenübertragung ist behindert, da die Sender in die Stromleitungen und damit in das PLC-Netzwerk einstrahlen. Solche Störungen müssen vom Betreiber des PLC-Netzwerkes hingenommen werden. Sollte das Inhaus-PLC andere Funkdienste stören kann dies dazu führen, dass das PLC-Netzwerk stillgelegt werden muss.

Datenschutz
Da sich bis zu 400 Nutzer einen PLC-Anschluss teilen, können Ihre Daten von allen anderen mitgelesen werden. Die in den Werbebotschaften versprochenen Geschwindigkeiten werden in der Praxis nicht erreicht, da sich die Übertragungsbandbreite alle Nutzer teilen.

PLC und die EU

Leider wird von der EU-Kommision wider besseres Wissen alles unternommen, damit PLC etabliert werden kann. Dies ist nur das Resultät der Arbeit der PLC-Lobby, denen die Aussicht auf lukrative Einnahmen mehr zählt als technische Gegebenheiten.

Alternativen

Für die Vernetzung der heimischen PCs bietet sich Wireless-LAN als die weitaus bessere, sicherere und kostengünstigere Lösung an. Die Anbindung ans Internet wird bestens mit DSL, ISDN, Sky-DSL und anderer Möglichkeiten gewährleistet, ohne die oben beschriebenen Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Lichtblick

Aus den genannten Gründen gibt es erheblichen Widerstand gegen die umweltfeindliche PLC-Technik. Die Zweifel an deren Wirtschaftlichkeit werden ebenfalls immer größer. Deshalb haben sich bereits viele einstige Anbieter aus diesem Geschäft zurückgezogen: RWE, ASCOM, BEWAG, SIEMENS.  

Was Sie tun können:

  • Kaufen Sie keine Inhaus-PLC-Geräte.

  • Wählen Sie einen seriösen Zugang zum Internet, der wenig Störstrahlung erzeugt.

  • Warnen Sie Bekannte, Verwandte und Freunde vor den Gefahren durch PLC.

  • Nutzen Sie Gelegenheiten politischen Einfluss zu nehmen, damit auch unsere Politiker verstehen, warum ihre Kollegen in anderen Ländern die Nutzung von PLC längst untersagt haben.

  • Melden Sie jede Störung des öffentlichen Rundfunks an die

Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
Postfach 80 01
55003 Mainz


Weitere Informationen
Wenn Sie weitere Informationen über PLC abrufen möchten, besuchen Sie doch die folgenden Webseiten:

   www.powerline-plc.info

   www.darc.de/referate/emv

   www.addx.de/plc/plc.php

   www.muenster.de/~dl5qe


Ergänzung vom 27.01.2004

Eine Betreibergesellschaft von PLC in Österreich wurde von der dortigen Überwachungsbehörde aufgefordert, ihren Betrieb einzustellen. Der Grund waren die gemessenen Störungen, die durch die Einspeisung der PLC-Signale entstanden waren.
Quelle: CQ DL 2-2004

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